- Startseite
- Aktuelles
- dOCUMENTA (13)
- documenta 12
- Documenta11
- documenta X
- DOCUMENTA IX
- documenta 8
- documenta 7
- documenta 1-6
- documenta (allg.)
- Fridericianum (I) - Ausstellungen
- Fridericianum (II) - Nutzung
- Neue Galerie
- Künstler A-B
- Beuys
- Künstler C-D
- Künstler E-F
- Künstler G-H
- Künstler I-J
- Künstler K-L
- Künstler M-N
- Künstler O-Q
- Künstler R-S
- Künstler T-U
- Künstler V-Z
- Ausstellungen
- Kulturgeschichte
Infos
Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs - - - - - - - Schwarze Kunst - - - - - - - für Juni, 2010.
Kategorien
- (18)
- Aktuelles (39)
- documenta (709)
- Künstler (692)
- Kulturgeschichte (15)
- Kunsthalle Fridericianum (222)
- Neue Galerie (30)
- Themen-Ausstellungen (52)
Letzte Einträge
- 8.9.2010: Texte zu Kunst und Kultur
- 8.9.2010: Nochmals: Boettis One Hotel
- 24.8.2010: Ein Mantel für Herkules
- 24.8.2010: In die Landschaft hineinschaukeln
- 24.8.2010: Start auf hohem Niveau
- 24.8.2010: Bewußtseinsbildung im Visier
- 24.8.2010: Zeichnungen und Texte zu Klängen
- 17.8.2010: Zur Kunst durch die Natur
- 16.8.2010: Die Beharrlichkeit des Bildhauers
- 16.8.2010: Kunst als Chance und Bedrohung
Links
Archive
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- März 2008
- November 2007
- September 2007
- Juli 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
Archive für Juni 2010
Spiel mit Kunst und Bürgertum
30.6.2010 by dirkschwarze.
Für 14 Tage hat Mark Divo (1966 in Männedorf/Zürich geboren) in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel sein D.I.V.O. Institute eingerichtet. Dort lädt er zu Konzerten, Workshops, Tanztees, Bastelstunden in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern.
Kern seiner Arbeit ist die Rekonstruktion einer Wohnung, die das Bürgertum mit seinen Vitrinen und Sofas ebenso parodiert wie die Kunst (vornehmlich der Romantik, des Realismus und der Moderne). Divo versteht sich als (mittlerweile) friedlicher Hausbesetzer und Enkel der Dadaisten. Besucher sollen sich in den Räumen frei bewegen können - Platten auflegen, Koffer durchkramen oder an einer der Schreibmaschinen schreiben.
Mark Divo ist ein subversiver Künstler im besten Sinne der Dada-Tradition. Mit besonderer Vorliebe reibt er sich an dem Schweizer Maler Albert Anker (1831-1910), der als Realist ganz dem Geschmack des konservativen Publikums gefiel. Dessen Bilder parodiert er ebenso wie die von Spitzweg oder Friedrich. Er wandelt prominente Gemäldeversionen um, indem er Fotos als Vorlagen für Übermalungen nimmt und die gemalten Bilder aufbackt, damit sie richtige Prachtschinken werden.
Ebenso deutet er beliebte Porzellanfiguren um. Mal macht er Stalins Kopf zum Vitrinenstück, mal parodiert er eine Mutter mit Wiege. Da gibt res dann auch Arbeiten, die Titel tragen wie “Familie als Vorwand”.
Besonders erfreuen die abstrakt-konstruktiven Kompositionen, die sich an Mondrian reiben: Die Bilder bestehen aus zusammengesteckten Topfschwämmen.
Divo und sein Team leben 14 Tage zwischen diesen verstaubten Möbeln und absurden Bildern (bis 14. Juli). Mit dabei ist Divos Hund, der auch mit großer Eleganz die von Sonja Vectomov entworfene Tapete schmückt.
Rein Wolfs hat versprochen, keine Malerei-Ausstellungen zu zeigen. Doch die Malerei holt ihn (wie auch kurz zuvor bei Thomas Zipp) auf Umwegen wieder ein - auch wenn sie nur als Parodie erscheint.
Die kleine Ausstellung ist ein reines Vergnügen. Ob sie besser wird, wenn sie durch Workshop-Arbeiten ergänzt wird, mag bezweifelt werden.
30. 6. 2010
Geschrieben in Kunsthalle Fridericianum, Künstler | Keine Kommentare »