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Von den Brüdern Grimm zu 1001 Nacht
Die Chinesen, die der Künstler Ai Weiwei zur documenta 12 einlädt, werden nicht ausgestellt
Kassel. „Fairytales“ (Märchen) heißt das Projekt, das der chinesische Künstler Ai Weiwei zur documenta 12 realisiert. Ai hat den Titel nicht nur deshalb gewählt, weil sein Vorhaben, 1001 Chinesen zur documenta nach Kassel zu bringen, märchenhaft klingt. Entscheidend war vielmehr, wie documenta-Sprecherin Catrin Seefranz auf Anfrage sagte, dass er bei seinem Besuch in Kassel vom documenta-Beirat mit der Stadt und ihrer Geschichte vertraut gemacht wurde und dabei auch auf die Brüder Grimm und die Märchen stieß.
Die Arbeit „Fairytales“ ist also ganz auf Kassel und die Grimm-Märchen zugeschnitten. Der Brückenschlag zu „1001 Nacht“ folgte erst im zweiten Schritt.
Die Arbeit ist Teil der Ausstellung. Das heißt aber nicht, dass die 1001 chinesischen Gäste ausgestellt werden. Dem Künstler geht es darum, zu untersuchen, wie sich ein sozialer Raum verändert, oder was es bedeutet, wenn Menschen auf der anderen Seite des Globus mit einem solchen Kunstereignis konfrontiert werden. Da Ai auch Gestalter und Architekt ist, kann sich Catrin Seefranz vorstellen, dass er einen Weg findet, die Gäste (im Gegensatz zu anderen chinesischen Besuchern) als Projekt-Teilnehmer erkennbar zu machen.
Im Moment wird noch diskutiert und darüber verhandelt, ob die Filme, die derzeit in China zur Vorstellung der Projekt-Teilnehmer produziert werden, während der documenta in Kassel zu sehen sein werden. Die chinesischen Gäste, die in mehreren Etappen kommen, werden in einer ehemaligen Fabrikhalle auf dem Gottschalkgelände in Kassel schlafen. Die Halle, die heute zur Uni gehört, soll dafür umgestaltet werden.
HNA 27. 3. 2007
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