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Von der Farbe zum Licht und zurück
Er hatte die Überwindung des Bildes im Sinn, ist am Ende aber wieder beim gemalten Bild gelandet. Der aus Lollar (Hessen) stammende und in Mönchengladbach lebende Heinz Mack wird heute 70.
Malerei ist fest an den Farbträger gebunden. Die traditionelle Malerei benutzte die Leinwand oder die Holztafel, um die Illusion von plastischen Figuren und Räumen entstehen zu lassen. Diese Bindung der Farbe an den Körper wollte der Franzose Yves Klein überwinden, als er seine einfarbigen (monochromen) ultramarinblauen Tafeln schuf. So wie das Blau des Himmels nicht fassbar ist, wollte Klein mit seinen Bildern entmaterialisierte Räume der Unendlichkeit gestalten. Heinz Mack war 26 Jahre alt und kurz zuvor in den Lehrerberuf eingestiegen, als er 1957 erstmals Yves Klein und dessen Bilder sah. Diese Begegnung mit Werken, in denen sich die Malerei selbst überwand, beeinflusste Macks eigenes künstlerisches Schaffen nachhaltig. Bis dahin hatte er malend in Farben geschwelgt. Nun wandte er sich fast ausschließlich der Farbe des schimmernden Lichts, dem Silber, zu. Er und sein Künstlerkollege Otto Piene wollten 1958 beim Punkt Null der neuen Kunst (nach Ende der alten Malerei) anfangen; sie gründeten 1958 die Gruppe Zero, der sich bald auch Günther Uecker anschloss. Diese Gruppe sollte für ein Jahrzehnt prägend für die Düsseldorfer und die deutsche Szene werden. Sie ebnete der mit visuellen Effekten spielenden Kunst (Op-art) ebenso den Weg wie der kinetischen Kunst. Mack zielte vor allem darauf ab, in seinen Werken das einzufangen und zu spiegeln, was sich dem normalen Bild entzog das sich verändernde und bewegende Licht, das zur scheinbaren Auflösung der Form führt. In den (oft auch motorisch bewegten) Lichtobjekten wurde die Grenze zwischen Malerei und Bildhauerei aufgehoben. Die drei Zero-Künstler konnten 1964 in der documenta ihre Vorstellung von Licht und Bewegung anschaulich präsentieren. Einen der Höhepunkte in Macks Arbeit bildete 1968 sein Sahara-Projekt, mit dessen Hilfe er durch die Installation von Lichtreliefs, künstliche Sonnen und Segel den Natur- in einen Kunstraum verwandeln wollte. Das Skulpturenmuseum in Marl dokumentiert vom 11. März bis 13. Juni dieses Projekt. Heinz Mack, der zwischen Mönchengladbach und Ibiza pendelt, wird heute 70 Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet ihm auch das Museum Abteiberg in Mönchengladbach eine Ausstellung. Sie überrascht die alten Mack-Freunde mit neuer Malerei, in der die Farben wieder kräftig blühen. Die Bilder erzählen von der tief greifenden Auseinandersetzung mit dem Licht, ziehen ein Resümee dieser Arbeit und wenden sich konzentriert den Farben zu, die sich aus der Brechung des Lichts im Prismenglas ergeben haben.
HNA 8. 3. 2001
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