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Eine fröhliche Beerdigung
Ein Streichquartett hatte sich Kunsthallendirelctor René Block von dem Komponisten und Fluxus-Künstier Henning Christiansen zum Abschied gewünscht. Christiansen und sein Fluxus-Kollege Bjorn Norgaard erfüllten den Wunsch auf eigenwillige Weise: Sie zelebrierten in einer Performance eine Art Beerdigung, bei der die Musik und die Schönheit der Kunst untergingen, um dann doch ganz im Sinne der Fluxus-Ironie ihre Auferstehung zu feiern.
Für das Streichquartett war alles aufgebaut: Vier Notenständer waren zu sehen, dahinter vier Stühle, auf denen Fräcke ausgebreitet waren. Aber es traten nicht vier Herren auf, sondern eine junge Dame, die immer wieder das gleiche eintönige Stück spielte und dabei von Stuhl zu Stuhl wanderte. Bevor sie den Stuhl wechselte, lieferte sie jeweils brav ihre Violine Bjorn Norgaard aus, der dann das Instrument mit einem Stein zertrümmerte und mit viel Sorgfalt und Energie und in Schichten von Ton, Gips, Sand, Glas und Kartoffen einarbeitete. Währenddessen beschwor am Mikrofon Henning Christiansen Erinnerungen an die großen Fluxus-Heroen wie Josef Beuys, Nam June Paik oder Wolf Vostell.
Totenschädel, die deren Namen trugen, wurden um die Skulptur gruppiert. Zuletzt krönte Norgaard sein Werk mit einer gipsernen Venus, der er den Kopf abgeschlagen hatte, und schmückte sie mit Teddys und einer Lichterkette.
So wurde die Performance zu einem heiteren Abgesang auf die Fluxus-Bewegung, die aber. offenbar nicht tot zu kriegen ist.
Bevor die amüsierte Besucherschar mit Block dessen Abschied feierte, hatte er sich bei seinen Mitarbeitern und beim Publikum bedankt. Und wer hält eine Dankesrede auf Block, fragte leise eine Besucherin. Ja, wer hätte sie halten sollen? Offizielle Vertreter der Stadt oder des documenta-Aufsichtsrates waren nicht da.
HNA 28. 11. 2006
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