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Lob der Doppelbegabung
Im Kreise der Kollegen und Freunde aus dem öffentlichen Leben verabschiedete sich jetzt Karl Oskar Blase als Professor der Gesamthochschule Kassel. 34 Jahre lang hatte er der Gesamthochschule und ihren Vorgänger-Einrichtungen, der Werkkunstschule und der Hochschule für bildende Künste, als Dozent und Professor gedient. Mit Ende des Sommersemesters 1992 hat Blase (Jahrgang 1925) seine Lehrtätigkeit aufgegeben. Doch damit ist seine aktive Laufbahn nicht zu Ende. Im alltäglichen Leben, so Blase, ändere sich für ihn wenig - er habe zahlreiche Gestaltungsaufträge zu erledigen und widme sich seiner (freien) Kunst.
Eben diese Doppelbegabung, nämlich das Talent, freie und angewandte Kunst im fruchtbaren Wechsel zu pflegen, priesen Prof. Berthold Hinz, Dekan des Fachbereichs Kunst, und Prof. Hans Brinckmann, der Präsident der Gesamthochschule, bei der Abschiedsfeier in nachdrücklicher Weise. Blase habe es verstanden, so meinte Hinz, mit dem kunsthistorischen Knäuel aus freier und angewandter Kunst zu arbeiten.
Prof. Brinckmann würdigte Blases umfassendes Schaffen. Er habe gestalterisch gewirkt (Plakate, Briefmarken, Signets), habe sich künstlerisch entfaltet und habe zudem auf vielen Ebenen auch politisch mitgestaltet. Er sei ein wesentlicher Garant der Integration der früheren Kunstschule in die Gesamthochschule gewesen.
Karl Oskar Blase selbst warb in seiner Abschiedsrede für die Grundlehre als das verbindende Element jeder künstlerischen Ausbildung. In seinem Rückblick auf eine mehr als 30jährige Lehrtätigkeit erläuterte er, wie er sich in seinem Denkansatz auf das Bauhaus bezogen und zugleich dessen Überwindung angestrebt habe. Mit besonderem Nachdruck ging er auf jene unruhigen 60er und 70er Jahre ein, in denen Kunstpraxis an der Hochschule kaum gefragt war und in denen es vornehmlich nur um gesellschaftlich orientierte Theorie ging.
Die Schlußbilanz klang eher versöhnlich: Heute stellten sich die Kunststudenten in hochschulinternen Ausstellungen (,‚Rundgang“) wieder dem Vergleich. Auch ansonsten sei aus der Kunstakademie eine relativ problemlose Kunsthochschule geworden.
!4. 1. 1993
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