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Bild im Raum
Pop-Künstler Tom Wesselman tot
Seine Bilder und Bildobjekte brennen sich dauerhaft in der Erinnerung ein. Der Amerikaner Tom Wesselman, der jetzt im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Herzoperation starb, hatte es geschafft, mit den Ausdrucksmitteln der Werbung Kunst einfach, eindringlich und unauslöschlich zu machen.
Wesselman war kein Pionier der Pop-Art. Doch bereits mit seinen ersten größeren Arbeiten trug er Anfang der 60er-Jahre wesentlich dazu bei, dass die Pop-Art erst den Kunstmarkt und dann die Museen eroberte. Die documenta von 1964 vergab zwar die Chance, diese damals junge Kunstrichtung zu präsentieren, aber vier Jahre später hatte Wesselman zusammen mit Künstlern wie Rauschenberg, Rosenquist und Warhol seinen großen Auftritt in Kassel.
Der Aachener Sammler Peter Ludwig hatte spontan auf diese Kunst gesetzt. Dieser Tatsache ist zu verdanken, dass das Kölner Museum Ludwig Hauptwerke von Wesselman besitzt.
Verschiedentlich ist darauf hingewiesen worden, dass Wesselman sich in seiner Malerei bei der Wahl der Farben stark an Henri Matisse orientiert habe. Nachdrücklicher wirkt jedochWesselmans Methode, im Stil der Plakatgestaltung Alltagsmotive vereinfachend umzusetzen. Dabei verließ der Künstler die flache Bildebene und ging mit seinen wie Collagen aufgebauten Kompositionen in den Raum. Manchmal erweiterte er die Bilder um reale Objekte (Vorhang, Fußmatte, Tür).
Sein „Großer amerikanischer Akt“, der 1968 in der documenta zu sehen war und dem Kölner Museum Ludwig gehört, zeigt den Kopf und die nackte Brust einer liegenden Frau; davor eine brennende Zigarette und eine Orange. Das Bild wirkt wie ein Raumobjekt. Auch in der „Landschaft Nr. 2“ (ein VW-Käfer unter einem stilisierten Baum) bewegt sich das Auto scheinbar aus dem Bild heraus.
HNA 22. 12. 2004
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