- Startseite
- Aktuelles
- dOCUMENTA (13)
- documenta 12
- Documenta11
- documenta X
- DOCUMENTA IX
- documenta 8
- documenta 7
- documenta 1-6
- documenta (allg.)
- Fridericianum (I) - Ausstellungen
- Fridericianum (II) - Nutzung
- Neue Galerie
- Künstler A-B
- Beuys
- Künstler C-D
- Künstler E-F
- Künstler G-H
- Künstler I-J
- Künstler K-L
- Künstler M-N
- Künstler O-Q
- Künstler R-S
- Künstler T-U
- Künstler V-Z
- Ausstellungen
- Kulturgeschichte
Kategorien
- (18)
- Aktuelles (38)
- documenta (708)
- Künstler (692)
- Kulturgeschichte (15)
- Kunsthalle Fridericianum (222)
- Neue Galerie (30)
- Themen-Ausstellungen (52)
Letzte Einträge
- 24.8.2010: Texte zu Kunst und Kultur
- 24.8.2010: Ein Mantel für Herkules
- 24.8.2010: In die Landschaft hineinschaukeln
- 24.8.2010: Start auf hohem Niveau
- 24.8.2010: Bewußtseinsbildung im Visier
- 24.8.2010: Zeichnungen und Texte zu Klängen
- 17.8.2010: Zur Kunst durch die Natur
- 16.8.2010: Die Beharrlichkeit des Bildhauers
- 16.8.2010: Kunst als Chance und Bedrohung
- 16.8.2010: Die Gotik und die Moderne
Links
Archive
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- März 2008
- November 2007
- September 2007
- Juli 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
Kein Schlaf der Vernunft
Franz West räumte im Museum auf Zeit um
Als das Museum Fridericianum aus seinem langjährigen Schlaf zwischen den documenten erwachte und zur Kunsthalle wurde, gab Veit Loers der Eröffnungsausstellung den vielsagenden Titel „Schlaf der Vernunft“. Da nun die Finanznot der Stadt die Kunsthalle Fridericianum in einen Halbschlaf zurückbefördert hat, reagieren Loers und seine Mitarbeiter wiederum antizyklisch. Sie blasen zum Aufbruch.
Das erste Signal gab gestern der österreichische Künstler Franz West, der zur vorigen documenta unter anderem die Installation der mit Teppichen verhangenen Stahldrahtbänke im Hof des Dock 4 geschaffen hatte. West ist einer der fünf Künstler, die für Loers‘ mehrjähriges Projekt „Museum auf Zeit“ einen Raum gestaltet haben. West hatte seinen Raum in eine Art Atelier verwandelt, in dem vieles zu finden ist - eigene Skulpturen, Bilder anderer Künstler und Studentenarbeiten sowie zwei seiner Drahtbänke, die zum Sitzen an einem Tisch einladen sollten. Jetzt kam West zur Umräum-Aktion nach Kassel. Die chaotische Ordnung des Ateliers war ihm nicht chaotisch genug, also „reinigte“ er den Raum, nahm etliche Stücke heraus und strebte - als Alternative - eine fast museale Installation an.
Ein Stück absurdes Theater. Das begann damit, daß West, vom Feiern übernächtigt, sich erst einmal zum Vernunft-Schlaf auf eine seiner Bänke hinlegte. Doch wenige Minuten später war er wieder hellwach, gab Anweisungen zum Rausschaffen, ermunterte seinen Bruder Otto, dabei die „Bewegungsregie“ zu führen (doch der zog sich lieber zurück) und packte dann selbst entschieden mit an. Franz West trat auf wie der Familienvater, der zum Umbau ermunterte, aber eigentlich nicht wußte, worauf er hinauswollte. Als fixe Idee schwebte ihm vor, ein einfacher Kunststudent würde ihn dazu bringen, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Doch das radikale Gegenüber war nicht da.
Franz Wests Aktion war ein Anfang. Im Laufe der nächsten Tage werden im „Museum auf Zeit“ drei weitere Raume neu gestaltet: Von Cady Noland kommt eine andere Arbeit nach Kassel, und in Kippenbergers Kunstverein werden Arbeiten von Michael Krebber und Johannes Wohnseifer ausgestellt. Außerdem wird endlich Imi Knoebel seinen Beitrag leisten und die Arbeit „Phosphorsandwich“ nach Kassel bringen. Erstmals werden die neuen Räume am Sonntag, 19. Juni, 12 Uhr, der Öffentlichkeit präsentiert. Zur gleichen Zeit wird Franz Erhard Walthers Ausstellung „Sieben Werkgesänge“, die Rekonstruktion einer in Fulda realisierten Arbeit von 1964, eröffnet.
Doch bevor das Fridericianum das veränderte „Museum auf Zeit“ wieder zugänglich macht und bevor im Herbst die Alten Meister einziehen, nehmen diejenigen die oberen Raume im Fridericianum in Beschlag die seit Jahr und Tag beim Aufbau der Ausstellungen mitgearbeitet haben. Sie sind alle, vom Hausmeister bis zum Hilfsschlepper, der Ausbildung nach Künstler und haben sich zur „M.F. Aufbau“ zusammengeschlossen. Es sind: Dieter Fuchs, H.P. Tewes, Kristiane Krüger, Hardy Schmidt, Ser.da.nn, Peter Limpinsel, Hans-Jörg Weiser, Jürgen Zähringer, Piotr Jendrassek, Heino Goeb, Olaf Hackl, Elena Carvajal, Martin Hast und Pablo Alonso.
Die Ausstellung verspricht, ein spannendes Kunstabenteuer zu werden, zumal die entstehenden Arbeiten durchweg auf Materialien basieren, die mit dem Aufbau im Fridericianum zu tun haben, und fast alle den Ausstellungsbetrieb thematisieren. Veit Loers wird die Ausstellung am Freitag, 10. Juni, 20 Uhr, eröffnen. Bis zum Ausstellungsende am 17. Juni ist für jeden Abend (20 Uhr) ein musikalisches, literarisches, filmisches oder intermediäres Ereigins geplant.
HNA 8. 6. 1994
Antwort schreiben
Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.