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Der Kreislauf des Verkehrs
Bis zum 23. November läuft in der Kunsthalle Fridericianum die Ausstellung „In den Schluchten des Balkan“, an der 88 Künstler beteiligt sind. In einer Artikelfolge stellen wir einzelne Arbeiten vor.
Voller Stolz werden die Autos angeschafft und benutzt. Souverän lassen die Fahrer mit ihren Wagen die alten Zeit und die Pferdefuhrwerke, die dafür stehen, hinter sich. Aber eines Tages ist das Auto alt und fahruntüchtig. Irgendwo wird es abgestellt und ausgeschlachtet. Am Ende ist es ein Stück Schrott - ohne Glanz
und ohne Räder.
In Rumänien haben sich die Roma darauf spezialisiert, die herrenlosen Schrottautos einzusammeln und zur Verwertung wegzufahren. Nun sind es die Pferdefuhrwerke, an denen die Autos vorbeirauschten, die den bewegungslos gewordenen Fahrzeugen Beine machen. So endet der Kreislauf des Verkehrs dort, wo er begonnen hat – bei den motorlosen Vehikeln.
Der Rumäne Cosmin Gradinaru (Jahrgang 1974) hat den heiter wirkenden Widerspruch unserer Zeit in seiner Fotoserie eingefangen. Wie im Triumph werden die räderlosen Autos heimgeholt. Die stolzen Altmaterialsammler haben sie mitunter so besetzt, dass sie zum letzten Mal ihrem ursprünglichen Zweck dienen. Diese Bilder sind voller Charme und Überlebensmut, so dass eines von ihnen zu Recht zum Werbemotiv der ganzen Ausstellung erhoben wurde.
Cosmin Gradinaru will mit den dokumentarischen Bildern indirekt auch die Kultur der Roma in seinem Land illustrieren. Unter der kommunistischen Herrschaft hatten sie ihr Nomadentum aufgeben müssen. Aber sie behaupteten ihre Eigenart und ihre Sonderrolle, indem sie das Einsammeln und Wegschaffen der Schrottautos zu ihrem Monopol machten.
Indem die Roma mit ihren aus der Zeit gekommenen Fuhrwerken über die Straße ziehen, behaupten sie sich als eigenständige Gruppe. Und wenn sie die Wagen durch die Städte oder über Land lenken, gewinnen sie etwas von ihrer verlorenen Identität zurück. Dann sind sie wieder fahrendes Volk. Daher ist die Fotoserie ein sie ehrendes Denkmal
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