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Bekenntnis zur documenta
Unmittelbar nach Beendigung der Kasseler documenta 6 müsse damit begonnen werden die Planungen für eine documenta 7 anlaufen zu lassen. Vor allem gehe es darum, das Interesse an der Institution documenta auch in der Zwischenzeit wach zu halten. Eine zentrale Rolle könne dabei der wiederaufgebauten Orangerie zufallen. Das sagte gestern Kultusminister Krollmann im Anschluß an einen „Halbzeit“-Rundgang durch die l00-Tage-Kunstschau.
Krollmann bekannte sich in einer Pressekonferenz in Kassel nachdrücklich zur documenta. Einmal, weil sie ihm selbst „ausgesprochen“ gefalle, zum anderen aber auch, weil er glaube, daß sich die Basis für das documenta-Publikum verbreitert habe. Die Zahlen sprechen dafür: Schon in den ersten 46 Tagen wurden 150 000 Besucher angelockt, was einer Steigerung um 40 Prozent gegenüber der vorigen documenta entspricht. Mit Genugtuung registrierte der Kultusminister die große Zahl der jugendlichen Ausstellungsbesucher.
Um Kassel auch zwischen den documenten als lebendige Kunststadt zu erhalten, muß nach Krollmanns Ansicht die Orangerie in Zukunft als ein Mehrzweckgebäude geführt werden, das von einem regelrechten Management geleitet werde. Gespräche zwischen den verantwortlichen Stellen von Stadt und Land seien im Gange. Auch werde diskutiert, wie in ein solches Management die documenta-Leitung einbezogen werden könne. Gedacht sei daran, in der Orangerie größere Kunstausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen anzubieten.
Nach dem Problem Orangerie müsse die Frage gelöst werden, wie das „eines Tages instandgesetzte Museum Fridericianum genutzt werden könne. Der Kultusminister, der sich nicht darauf festlegen wollte, welcher Nutzungsmöglichkeit er den Vorzug gebe, ließ jedoch klar erkennen, daß seiner Ansicht nach das Fridericianum für die documenta erhalten bleiben und nicht auf einen einzigen Nutzungszweck eingegrenzt werden dürfe.
Eine weitere wichtige Aufgabe ist nach Krollmanns Ansicht die Beschäftigung mit der Frage, was sich von den derzeitigen documenten-Werken in der Aue etwa für die Stadt Kassel auf Dauer erhalten lasse. Auch in dieser Hinsicht seien Land und Stadt im Gespräch.
HNA 9. 8. 1977
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