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« Doch Abriß? | Trauriges Ende »
Rettung verdient
Die Nachricht, daß die Stadt doch nicht die neben der Orangerie errichtete Backstein- Skulptur des Dänen Per Kirkeby als Geschenk annehmen und damit auf Dauer erhalten will, beginnt Wellen zu schlagen. Johannes Gachnang (Bern), der mit zum Team der documenta 7 (1982) gehörte, hat mit Berufung auf die HNA-Veröffentlichung vom Dezember 1985 Freunde und Kollegen in einem Rundbrief aufgefordert, bei Oberbürgermeister Eichel Einspruch gegen den geplanten Abriß zu erheben. Wieder einmal, so schreibt Gachnang, versuchten Bürokratie und Funktionäre, „einer bedeutenden künstlerischen Leistung Abbruch zu tun“.
Wörtlich heißt es in dem Brief zu dem Kirkeby-Bau: „Wir dürfen anmerken, daß es sich dabei um eine der schönsten im öffentlichen Raum realisierten Skulpturen dieser Art von Per Kirkeby handelt, die alle Bemühungen einer Rettung verdient.“
Den Künstler selbst hat der Sinneswandel in Kassel tief getroffen. In einem Brief schreibt er: „Ich bin sehr enttäuscht. Auch für mich selber überraschend enttäuscht. Aber das hat vielleicht damit zu tun, daß ich nach zu ‚vielen‘ Jahren mir angewöhnt habe, daß das Ding immer da war.“ Bereits im Dezember hatte Prof. Albert Cüppers (Kassel) bei der Stadt gegen die Abriß-Pläne protestiert: „Es handelt sich bei diesem Stück unbenutzbarer Architektur um eine Skulptur von hoher künstlerischer Qualität.“ Einspruch hatte ebenfalls die Fraktion der Grünen in Kassel angemeldet.
Die Stadt hatte die Übernahme der Skulptur aus drei Gründen abgelehnt: Die Kosten für eine Erhaltung seien zu hoch, der Bau stehe an dieser Stelle ungünstig und das Gelände um die Orangerie müsse offenbleiben für Beiträge der nächsten documenta.
HNA 31. 1. 1986
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