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Eine Ausstellung der Rekorde
Die Kasseler documenta 9 wird, unabhängig von der Frage der künstlerischen Bewertung, als eine Ausstellung der Rekorde in die Geschichte eingehen. Nachdem die documenta 8 die Zahl von 476000 Besuchern vorgelegt hatte, werden wohl bis zum 20. September zur documenta 9 rund 100000 Besucher mehr kommen. Vorgestern war die 500 000. Besucherin begrüßt worden.
Auch wirtschaftlich setzt die Kunstschau neue Maßstäbe. Sie ist zu einem Unternehmen von mittelständischen Dimensionen geworden, das den selbsterwirtschafteten Anteil am Etat deutlich erhöhen konnte: Während der Gesamthaushalt auf die Summe von 17,7 Millionen Mark emporschnellte (1987: 10,2 Millionen), stieg der Anteil der Subventionen von Stadt, Land und Bund „nur“ von 5,5 auf 6,7 Millionen Mark. Das bedeutet, daß der öffentliche Zuschußanteil von rund 54 auf 35 Prozent zurückging.
Nach Angaben der documenta-Gesellschaft schlüsseln sich die Einnahmen wie folgt auf:
Neben den 6,7 Millionen Mark aus Zuschüssen bilden die Eintrittserlöse mit 6,1 Millionen Mark den wichtigsten Posten; an Sponsorengeldern konnten 1,9 Millionen Mark verbucht werden. Der Verkauf der documenta-Edition wird 1,7 Millionen Mark erbringen; und aus Lizenzen und Provisionen werden 1,3 Millionen Mark erwartet. Der letzte Posten basiert unter anderem darauf, daß bisher 40000 Kataloge und 100 000 Kurzführer verkauft werden konnten.
In der Schlußphase der documenta 9 wird es im Rahmenprogramm noch einige Höhepunkte geben: Am 18. und 19. September erlebt die von documenta-Künstler Jan Fabre erarbeitete Oper „Silent Screams, Difficult Dreams“ (Musik: Eugeniusz Knapik) im Staatstheater Kassel ihre Uraufführung (jeweils 19.30 Uhr). Am Samstag, 19. September, 20 Uhr, wird Jan Hoet auch seine zur Kunstausstellung anvisierte Trilogie vollenden können. Dann wird es nach Jazz-Konzerten und einem hochrangigen Baseball-Turnier in Kassel auch einen Profi-Boxkampf um die Deutsche Meisterschaft Schwergewicht geben. Am 20. September wird die documenta IX mit einem mitternächtlichen Feuerwerk in der Aue Ende gehen.
HNA 11. 9. 1992
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