Die Kunst, das Thema zu verfehlen

Bazon Brock sprach im ,,Architektursalon“
Sieben Vorträge zur ..Baukultur“ hat der Architektursalon im Kasseler Architekturzentrum (KAZ) im Programm. Dazu war als zweiter Gastredner ÄsthetikProfessor Bazon Brock geladen, der dank der documentaBesucherschulen und zahlreicher Diskussionsveranstaltungen den Kunstfreunden in Kassel ein fester Begriff ist. Mit seinem Vortragsthema ..Ästhetik und Funktion“, so war zu erwarten, musste der begnadete Rhetoriker genau in seinem Element sein. Aber vielleicht lag ihm das Thema zu nahe. Jedenfalls genau darüber sprach er nicht. Nachdem er einmal angefangen hatte, redete er im voll besetzten KAZ in einer Endlosschleife über Gott und die Welt, über die Missverständnisse beim Sammeln von
Kunst und beim Propagieren der Multikulti-Gesellschaft, über den biblischen Abraham und den Islam, über das Verfertigender Gedanken und dit mangelnde VerschWendungsbereitschaft der Reichen. Ab und zu fiel das Stichwort Architektur, so dass man sicher sein konnte, nicht in der völlig falschen Veranstaltung zu sein. Wahrscheinlich hätte Brock noch Stunden so weitergeredet, wenn nicht nach 105 Minuten ein Zuhörer gefragt hätte, ob man nicht mal eine Pause machen könne. Zu der Zeit ließ nämlich auch die Konzentration des Redners merklich nach. So konsequent hat selten jemand sein Thema verfehlt. Die Erklärung dafür hatte er möglicherweise schon vorher gegeben. Denn da > meinte er. beim Sprechen z, würde man auch viel Unbeabsichtigtes sagen.

23. 11. 2006

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